Chronik

Im Winter 1928/29 beschlossen Matthias Radlmaier, Arnulf Huber, Bartholomäus Rosenhuber, Josef Ascher, Matthias Feichtbauer und einige andere  in Fraunberg einen Schützenverein gründen,  um durch gegenseitige Unterstützung  die Gesellschaft und Kameradschaft zu pflegen. Als Gründungsvorstand fungiert damals Matthias Radlmaier.
Die Statuten des Vereins, welche von Baron Wolf Freiherr von Fraunberg handschriftlich, in altdeutscher  Schrift verfasst wurden, sind bis heute noch erhalten.
Bei den ersten Wahlen wurde dann Hans Angermaier 1. Vorstand, Josef Stulberger 2. Vorstand, Hans Neumaier Kassier und Baron Wolf Freiherr von Fraunberg Schriftführer.
Anton Reiser, welcher das Amt des Schützenmeisters innehatte, baute im Laufe der Zeit einen geordneten Schießbetrieb auf. Großer Stolz des Vereins war der neue Zimmerstutzen, der im Jahre 1932 angeschafft werden konnte. Bedauerlicherweise wurde dieser nach dem Krieg im Zuge der Entwaffnung durch die Siegermächte in Stücke geschlagen.

Die Aktivitäten des Vereins beschränkten sich nicht nur auf das Schiessen. Es gab jährliche Christbaumversteigerung, ein Gartenfest, Verpflichtungen bei Veranstaltungen der Nachbarvereine, sowie über mehrere Jahre die Aufführung von Theaterspielen. Mit diesen Theateraufführungen wurde der finanzielle Grundstock für die erste Fahnenweihe des Vereins gelegt. Diese fand 1934 nach 2-jähriger Vorbereitung mit einem großen Festprogramm statt.

1936 mühte sich Hans Angermaier das Amt des 1. Schützenmeisters abzugeben. Freigekauft mit einem Fass Bier, konnte er das Amt an Mathias Angermaier übergeben.

In den folgenden Jahren wurde mit zunehmender Politisierung des öffentlichen Lebens
die Vereinstätigkeit immer geringer , bis sie mit dem Beginn des Krieges ganz zum Erliegen kam.

Erst 1950 riefen Bartholomäus Rosenhuber, Josef Ascher, Wilhelm Grainer und Jakob Käsmeier den Schützenverein wieder ins Leben. Zum Neubeginn stiftete damals der Herbergsvater Jakob Angermaier ein neues Luftgewehr.
Unter Matthias  Huber, 1954 zum 1. Vorstand gewählt, nahm der Verein einen kontinuierlichen Aufschwung. Dank seines organisatorischen Talentes ist es auch ihm zu verdanken, dass 1955  zwei Scheibenzugstände und 1956 ein neuer Zimmerstutzen gekauft wurden.
Ein besonderes Ereignis war die Anschaffung einer Schützenkette. Am 21.05.60 fand das erste Königsschießen statt, das Konrad Pfanzelt für sich entschied.

Der Schützengau Erding wurde 1957 in15 Sektionen eingeteilt.1978 wurden sie auf Grund der besseren Koordinierung der Gauarbeit auf 11 Sektionen reduziert.
Am 19.05.63 lud unser Vorstand und Sektionschützenmeister M. Huber die Vorstände der Vereine Reichenkirchen, Grucking, Bierbach und Thalheim ins Vereinslokal ein. Der Vorschlag ein Sektionspreisschiessen abzuhalten fand reges Interesse der anderen Teilnehmer. Es wurden Richtlinien und verschiedene Regeln  festgelegt, die ein  gerechtes Pokalschießen gewährleisten sollten. Am 30.06.63 traf man sich in Fraunberg im Sägewerk, da sich die Schießstände im Vereinslokal als zu klein erwiesen und schoss folgende Ergebnisse :

1.    Fraunberg 97 Ringe
2.    Bierbach  91 Ringe nach rittern 19,19 R.
3.    Reichenkirchen 91Ringe nach rittern 19,14 R.
4.    Grucking 80 Ringe
5.    Thalheim 76 Ringe.

1964 gab dann Matthias Huber sein Amt als 1. Schützenmeister nach 10 Jahren an den bisherigen
2. Schützenmeister Hans Pfanzelt ab.
Aus Kostengründen wurde  im Jahr 1965 der Schießbetrieb auf Luftgewehr umgestellt und die neuen  Wettkampfbedingungen eingeführt.

Durch den Anbau am Schiessheim 1967 wurde der Stand von bisher 7 m auf 10 m verlängert und auf  5 Seilzugstände erweitert. Diese Umbauten konnten nur mit der Unterstützung der Herbergsfamilie Angermaier geschaffen werden. Hier sollte man auch erwähnen, dass seit 1966 ein „ Jakob Angermaier“ Gedächtnispokal, zur Würdigung des 1963 verstorbenen Herbergsvaters, bis 1990 ausgeschossen wurde.

Im Jahre 1970 wurde leider, wie man heute nachträglich feststellen musste, der alte Zimmerstutzen verkauft.
1973 löste Franz Angermaier nach neun Jahren Hans Pfanzelt als 1. Schützenmeister ab. Unter seiner Vorstandschaft wurde die Schützenkette mit 90 von unseren Mitgliedern gespendeten Talern neu gestaltet.
Die Brauerei Wifling stiftete 1974 zum ersten Mal einen Wanderpokal für die Vereine in deren Vereinslokal Wiflinger Bier ausgeschenkt wird. Bis 1984 konnte man den Pokal jedoch nur ein einziges Mal gewinnen.
Im Juni 1975 feierte unser Nachbarort Reichenkirchen sein 1000 jähriges Bestehen, wo sich auch die Hubertusschützen am historischen Umzug mit Fahne und großer Gefolgschaft beteiligten.

Auf der Generalversammlung 1978 begann man mit der Gründung eines Festausschusses zur Feier des 50 jährigen Jubiläums. Im November desselben Jahres fuhr der Schützenverein zum offiziellen Patenbitten nach Thalheim. Nach dem heiteren Vortragen der Wünsche von unserer Fahnenmutter Maria Eschbaumer und Fahnenbraut Maria Hörhammer, dem Scheitlknien und dem ersten Fass Freibier, zeigten sich die Immergrünschützen gnädig und nahmen die Patenschaft an.

Anfang Juni 1979 wurde das Fest der Fahnenweihe begangen. Nach einem Tanzfestival am Freitag, ließ man den folgenden Tag schon in den frühen Morgenstunden mit Böllerschüssen  beginnen. Nach den gesprochenen Weihesprüchen der Festjungfrauen, enthüllte die  Fahnenbraut, die neue Fahne mit dem gestickten Wahlspruch „Ziellos wär’ das Leben nichtig“ und übergab sie an Fähnrich Alois Ascher. Den Höhepunkt des Festes bildete der Festzug. Angeführt durch die Festkapelle aus Wartenberg zog der Jubelverein mit seinen geladenen Vereinen durch die festlich geschmückte Ortschaft zum Festzelt zurück, wo das Fest  bis zum Abend seinen Ausklang fand.

Der erste Vereinsausflug führte unsere Schützen 1977 nach Rüdesheim. Noch heute wird von diesem mehrtägigen Ausflug geschwärmt. Noch viele Ausflüge folgten bis zu unserem Letzten 1993 nach Fischelbach. Dort konnten wir am Königsschiessen und den traditionellen Festtagen, beim Heimatverein eines unserer Schützen, teilnehmen.

1983 während des Neubaus unseres jetzigen Schießstandes wurde Georg Daschinger mit
einem 44 Teiler Gauschützenkönig. An einem Samstagnachmittag im November des gleichen Jahres fuhr er dann zum Bezirkskönigsschießen nach Bernried. Überraschenderweise wurde er auch noch Bezirksschützenkönig. Nachdem es zunächst keiner glauben wollte, musste man ihm doch noch seinen Schützenanzug nachbringen. So konnte er schließlich die Bezirkskette würdig in Empfang nehmen.  Auf Grund dieser Ehrung konnten wir im Herbst 1984 mit 35 Schützen in unserer neuen Tracht bisher einmalig am Umzug des Oktoberfestes teilnehmen.
In unserer Vereinsgeschichte konnten noch zwei weitere Schützen, Josef Schickel und Brigitte Haider, den Titel eines Gauschützenkönigs erreichen.
Januar ’84 zogen wir mit Fackeln und Blaskapelle in unser neues Vereinsheim beim Stulberger Sepp. Unser neuer Schiessstand im Keller umfasst 10 automatische Scheibenzuganlagen von 10 Metern für Luftgewehr und Luftpistole.

Im Jahre 1983 wurde der Josef Mayer Wanderpreis für die Schützenjugend im Gau Erding gestiftet, der alljährlich unter den Sektionen ausgeschossen wurde. Unter der Führung von Georg Georgakos konnte die Jugendmannschaft der Sektion Fraunberg zwischen 1988 und 1994 den Wettbewerb insgesamt dreimal gewinnen.

Nach großem Zuwachs bei unseren Pistolenschützen wurde ab 1993 der Luftpistolenkönig ausgeschossen, seit 1997 auch bei den Jugendschützen.  Die Königskette für die Luftpistole wurde mit Talern aus der alten Luftgewehrkette gestaltet, welche ohnehin über die Jahre zu schwer wurde.

Im Mai 1993 beschlossen einige Schützen die Schießerlaubnis für Kanone zu erlangen. Bei dieser Gelegenheit ergab sich auch die Schießerlaubnis für Handböller mit abzulegen. Nach bestandener Prüfung wurden auch gleich die ersten zwei Böller erstanden. Da zwei Böllerschützen recht wenig sind, wurden weitere Schützen animiert den entsprechenden Lehrgang zu besuchen. Letzt endlich begaben sich am 12.03.94 acht Männer zum Böllerlehrgang nach Adelshausen und legten die Prüfung mit Erfolg ab. Auf der anschließenden Feier beschloss man Konrad Eschbaumer als 1. Schussmeister zu beauftragen. Bei einem Ausflug nach Berchtesgaden wurden bei einem bekannten Böllermacher in Maria Alm acht Handböller geordert. Am 29. April 94 konnte dann das erste Probetraining durchgeführt werden, somit war die Abteilung Böllerschützen der Schützengesellschaft  St. Hubertus Fraunberg gegründet.
Noch ein paar Worte zum alten Brauch des Christkindl-Anschießens. Noch bis 1965, am Heiligen Abend, wenn die Kirchturmuhr die achte Stunde schlug, ging eine Schießerei im Erdinger Holzland los. Mit Faustrohren, Stutzen, Musketen, Pirschbüchsen und Zwillingsflinten wurde das Christkind angeschossen, als Ausdruck des Glaubens. Dieser Brauch ist sogar schriftlich festgehalten, in einer Beschreibung der Pfarrei Rappoltskirchen aus dem Jahre 1936! Einer der letzten, die diesen Brauch noch lange ausführten, war der alte Baron von Fraunberg, der selbst zum Heiligen Abend 1978 noch kurze Feuerstöße aus seiner Schrottflinte abgab. Danach ist der Brauch des Christkindl-Anschießens bei uns endgültig eingeschlafen. Er wurde nur bei den Weihnachtsschützen in Berchtesgaden bis in die heutige Zeit weiter gepflegt. Und erst in letzter Zeit wird er auch bei uns, durch die neu entstehenden Böllergruppen, wieder aufgenommen.

Mit einer Fahnenabordnung unseres Vereines konnten wir 1996 an der Beisetzung des Schutzpatrons der Schützen Albrecht Herzog von Bayern in der Theatinerkirche in München teilnehmen. Gebirgsschützen, hunderte von Fahnenabordnungen und viele andere gaben ihm die letzte Ehre.

1997 wurde unter der Federführung des Schützenvereins ein Maibaum in unsere Ortsmitte aufgestellt. Schon während der Vorbereitungen wurde der Baum von den Inningern gestohlen. In einer dramatischen Nacht- und Nebelaktion wurde er kurzer Hand wieder zurück gestohlen. Noch zwei weitere Versuche wurden von den Rappoltskirchnern  und den Oberdingern unternommen, wobei Letzterer leider nicht ohne größere Blessuren vonstatten ging. Trotzdem konnte der Maibaum in fröhlichem Rahmen, mit Bandltänzern und abendlichen Maitanz, aufgestellt werden.

Zu unserem 70 jährigen Vereinsjubiläum 1999 luden wir in kleinem Rahmen in unser Vereinsheim ein. Neben alten Videoaufnahmen konnte man auf Stellwänden die Vereinsgeschichte in Text und Bild begutachten.

In Vorbereitung zu unserem 75 jährigen Gründungsfest fuhren wir zum Patenbitten nach Reichenkirchen. Nachdem Festmutter Gabi Scharl und Festbraut Christine Hackl mit ihrer Gefolgschaft ihr Anliegen in Versen übermittelt hatten, ging es zum Scheitlknien.  Nach schweißtreibenden, exotischen Speisen von Wüstenschnaps bis frohsinnigem Patenwasserl (Spiritus Kornus et Knollus Lauchus), gingen die Reichenkirchener nach mehr als einer halben Stunde auf unsere Bitten ein.

An sportlichen Erfolgen ist unter anderem zu erwähnen, dass der Verein bereits seit 1968 mit mehreren Mannschaften zu je 4 Schützen an den Gaurundenwettkämpfen teilnimmt. Die I. LG-Mannschaft ist 1987 in die Gauoberliga aufgestiegen und konnte sich seit dem dort erfolgreich behaupten. Auch die II. LG- Mannschaft konnte sich durch hervorragende Leistungen im Jahr 2002 für die Gauoberliga qualifizieren musste dann aber schon ein Jahr später, nach dem Abstieg in die Gauliga, wegen zu wenig Mannschaftsschützen wieder aufgelöst werden. Die III. und IV. Mannschaft schießen seit 1981 bzw. 1991 im Bereich der C- und D-Klasse. Eine Jugendmannschaft sorgt seit 1988 für den Nachwuchs in unserem Verein. Seit  1982 nehmen wir auch mit einer Luftpistolenmannschaft an der Gaurunde teil. Sie ist vor 2 Jahren in die Gauliga aufgestiegen und konnte dort in diesem Jahr um die vordersten Plätze mitkämpfen.
Seit 1967 nehmen wir auch bei den Meisterschaften im Gau Erding teil, wo Josef Angermaier bei den Junioren gleich den 3.Platz einnehmen konnte. Den Titel eines Gaumeisters konnten bis jetzt Ascher Thomas in der Jugend und bei den Junioren, Angermaier Stefan bei den Schülern, Ascher Rita bei den Damen und Jakob Daschinger gleich 2mal bei den Schützen erreichen.

Advertisements